Zwischen Land und Meer dort wo die Nordsee
bei ihrem ständigen Wechsel zwischen Ebbe und Flut viel
Material angeschwemmt und abgelagert hat, ist der Wattboden
langsam so hoch gewachsen, dass er nicht mehr bei jeder Tiede
überschwemmt wird.
Obwohl der hohe Salzgehalt des Meerwassers für die Zellen
der Pflanzen Gift ist, gibt es Landgewächse die sich
auf diese Vorausseztungen eingestellt haben.
Der Queller bespielsweise, lagert das nicht benötigte
Salz solange ein, bis er im Herbst abstirbt. Er ist es auch,
der als eine der ersten Landpflanzen von neuen Flächen
Besitz ergreift und beginnt zusammen mit Schlickgras neue
Grünflächen zu bilden. Andere Pflanzen der Salzwiesengemeinschaft
stoßen überschüssiges Salz ab. Die Salzaster
etwa sammelt das Mineral solange in bestimmten Blättern,
bis diese zusammen mit ihrer Fracht abgeworfen werden. Auf
den Blättern des Halligflieders sitzen mehrere tausend
Drüsen pro qcm über die das Zellgift ausgeschieden
wird. Melden konzentrieren Salz in nadelförmigen Blattzellen,
die abbrechen. Und schliesslich beugen verschiedene Pflanzen
der Versalzung dadurch vor, dass sie ihren Wasserverlust bremsen.
Der Meerstrandbeifuss bewältigt das durch behaarte Blätter,
die Strandquecke mit einer Wachsschicht.
In den über 10000 ha Salzwiesen vor den schleswig-holsteinischen
Deichen und auf den Halligen existiert eine Vielfalt an Tieren,
die es nur noch selten gibt. Zahlreiche Insekten, Spinnen
und Würmer sind hochspezialisiert und von diesen Pflanzen
abhängig.
Zusammen mit den anderen Wattflächen ist desshalb dieses
Grünland für Küstenvogel eine wichtige Nahrungsquelle
und ein Brutgebiet von internationalen Rang. Allein im Nationalpark
werden jährlich 100000 Brutpaare gezählt.
Bis Ende der 80iger Jahre war das Bild der Salzwiesen von
weidenen Schafen und kurzgefressenden Gräsern geprägt.
Keine guten Voraussetzungen für eine grosse Artenvielfalt.
Inzwischen wird jedoch die Hälfte der Flächen nicht
mehr beweidet. Lohn dafür sind ungestörte Naturvorgänge,
eine größere Vielfalt an Brutvögeln in den
Salzwiesen und im Sommer ein buntes Blütenmeer.
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